Im fünften Jahrhundert endete das Weströmische Reich, und viele Menschen meinen, dass die Dominanz des Westens auch im
21sten Jahrhundert wieder auf der Kippe steht.
War der Zusammenbruch Roms unvermeidlich, ein Ausdruck des gesetzmäßigen Lebenszyklus von Zivilisationen und Reichen,
oder hätte er vermieden werden können?
Und hält er Lehren für die Gegenwart bereit?
Unbedingt – meinen Peter Heather und John Rapley, die Autoren des Sachbuchs Stürzende Imperien: Rom, Amerika und die Zukunft des Westens. „Unheimliche Parallelen und produktive Unterschiede“ wollen sie erkannt haben. Die Ära der westlichen globalen Dominanz habe ihr Ende erreicht, verkündet der Rückentext.
Die Autoren sind eigentlich nicht als Untergangspropheten bekannt. Peter Heather ist Professor für Mittelalterliche Geschichte am King’s College in London. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Spätantike, also genau die Zeit, in der das Römische Westreich unterging. John Rapley gibt in seinem Lebenslauf an, er habe auf drei Kontinenten gelebt, und gearbeitet, durch Kontinente gereist, und zwar als Akademiker, Journalist, Unternehmer, Aktivist und Politikberater. Er schreibt, dass er sich als Volkswirtschaftler schwerpunktmäßig mit der Globalisierung und den Folgen für die Entwicklungsländer befasst.

In der Einleitung erklären die beiden Autoren, dass sie sich zwar mit unterschiedlichen Reichen befassen, aber zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen seien, wenn es um deren „Vergehen“ ginge.
Und die lauten kurz gefasst so: Ein reiches und mächtiges Imperium hat immer Auswirkungen auf seine unmittelbare Umgebung. Auch Stämme, Völker und Staaten am Rand werden reicher, sie profitieren vom Handel, sie exportieren Produkte ins Reich, sie lernen militärische, zivile und kulturelle Fertigkeiten, die wiederum ihre Macht auf Kosten des imperialen Zentrums stärken. Das Römische Reich hat also demnach die Germanen an seiner Grenze erst richtig stark gemacht. In unserer Zeit profitieren Staaten wie Korea, Mexiko, die Philippinen oder Bangladesch von der Auslagerung der industriellen Produktion in Länder mit geringerem Lohnniveau. Das macht sie aber reicher und stärker, so dass sie dem Westen mehr und mehr Macht abnehmen. Das Gefälle von Macht und Reichtum neigt demnach dazu, sich einzuebnen, zu erodieren und langsam abgetragen zu werden, wobei die finanziellen Mittel entscheidend sind für die Machterhaltung.
Die Autoren betonen aber auch die Unterschiede zwischen den westlichen Imperien der Moderne und Spätantike. So litt Rom unter einem enormen Verlust von Steuereinnahmen, als germanische Stämme immer mehr Land einnahmen, und die VandaleW
Seit 395 war das Römische Reich zwischen zwei Kaisern aufgeteilt: Einem westlichen in Rom und dem östlichen in Konstantinopel. Wohlgemerkt, es war nach wie vor offiziell ein Reich, wenn auch mit zwei Machtzentren. Ob das auf die Dauer gut gegangen wäre, ist eine andere Frage, die von der Geschichte nicht beantwortet werden kann, weil das Machtzentrum in Rom bereits bei der Reichsteilung stark geschwächt war und bereits 81 Jahre später unterging.
Heather und Rapley gehen davon aus, dass das Römische Reich zu Beginn des fünften Jahrhunderts, also um das Jahr 400, unverändert wohlhabend und mächtig war, nicht nur im Osten, sondern auch im Westen. Die römische Armee war exzellent ausgebildet und ausgerüstet. Die germanischen Stammeskrieger waren den Legionären in einer offenen Feldschlacht meist unterlegen, sodass die meisten Stämme es vorzogen, in römische Dienste zu treten – was sie nicht daran hinderte, bei geeigneter Gelegenheit Raubzüge im Reich zu unternehmen. Der Untergang des Reichs war also nicht etwa vorgezeichnet. Das steht durchaus im Gegensatz zu den meisten anderen Interpretationen der damaligen Ereignisse. Sehen wir weiter:

Im Jahr 455 plünderten die Vandalen Rom, nachdem sie es kampflos eingenommen hatten. Das brachte ihnen einen grottenschlechten Ruf ein, den sie bis heute nicht losgeworden sind – durchaus zu Unrecht, denn die Plünderung verlief nach antiken Maßstäben eher zivilisiert. Im Jahr 468 rafften sich das Weströmische und das Oströmische Reich noch einmal zu einem großen gemeinsamen Feldzug gegen die Vandalen auf, der aber mit einer teuren Blamage endete, weil die mehr als 1000 Schiffe starke Flotte von den Vandalen mit Brandern außer Gefecht gesetzt wurden. Nur acht Jahre später war das Westreich Geschichte. Der germanische, in römischen Diensten stehende Heerführer Odoaker setzte den letzten römischen Kaiser Romulus Augustulus („Augustulus“ bedeutet „Kaiserlein“) ab und machte sich nicht mehr die Mühe, einen Nachfolger zu ernennen. Rom war der durch das Reich marodierenden Germanenstämme nicht mehr Herr geworden.
Die römische Kultur
Die Wahlkampfbehauptung von Donald Trump, Amerika sei ein von illegalen Einwanderern terrorisiertes „besetztes“ Land, ist völliger – und gefährlicher – Blödsinn, obwohl autoritär-gesteuerte Zuwanderung den Demokratien gut tun würde.
So weit so gut. Aber war das Weströmische Reich tatsächlich bis ca. 400 weitgehend intakt, bevor es durch mangelnde Steuereinnahmen die Grundlage für die Unterhaltung der Armee verlor? Und wurde damals wie heute die Peripherie der westlichen Imperien so reich und mächtig, dass sie das Zentrum erfolgreich bekämpfen konnten? Das ist im Grunde der interessanteste Aspekt des Buchs. Alles übrige ist schon viele Male diskutiert worden. Bereits in meinem Schulgeschichtsbuch stand, dass die Völkerwanderung, ausgelöst durch das Vordringen der Hunnen nach Europa, das Römische Westreich irgendwann überfordert hat.

Das Römische Imperium war niemals ein zentral regiertes Gebilde, das wäre bei der schieren Größe unmöglich gewesen. Aber es war ein Kulturraum. Die Verwaltung war nicht zentralisiert, aber standardisiert. Maße, Gewichte und Münzen entstammten einem einheitlichen System. Die von Rom angelegten Städte entstanden nach festgelegten Mustern. Ein dichtes Straßennetz erlaubte umfangreichen Handel und schnelle Truppenbewegungen. ‚Auch fast alle auf römischem Boden entstandenen Nachfolgereiche betrachteten sich anfangs als Teil der römischen Welt. Niemand wollte das das bewährte Netz der Infrastrukturen zerstören. Den großen Grundbesitzern konnte es egal sein, ob sie Steuern an einen germanischen König oder an den Imperator zahlten. Die wahre Macht lag ohnehin bei wechselnden Kriegsherren, mit denen man sich arrangieren musste. Und viele der germanischen Aristokraten waren in der römischen Kultur heimisch. Das Problem lag eher in der Schwäche des weströmischen Zentrums. Ein starker Imperator, der die Legionen zentral befehligte, war nicht mehr in Sicht. Ob das aber am fehlenden Steueraufkommen lag, ist nicht kaum noch sicher festzustellen. Das Imperium kannte übrigens nicht nur Grundsteuern und die reichen Großgrundbesitzer waren durchaus findig beim Hinterziehen von Steuern.

Zivilisationen als komplexes System mit eigenen Regeln
Der amerikanische Historiker Joseph Tainter sieht Zivilisationen als komplexe Systeme (im physikalischen Sinn), die zusammenbrechen können, wenn die Erhaltung zu aufwendig wird. Wir sehen beispielsweise im Moment, dass Erhaltung und Ausbau des Bahnsystem in Deutschland die finanziellen Möglichkeiten der Bahn übersteigt. Zugleich muss auch die Infrastruktur von Schulen und Straßen auf allen Ebenen verbessert werden. Allein die Kommunen schieben einen Investitionsstau von 186 Milliarden Euro vor sich her und erwarten eine eher schlechtere Finanzlage in den nächsten Jahren. Auch die römischen Städte und Regionen mussten beträchtliche Mittel aufwenden, um ihre Infrastrukturen zu erhalten.
Was die aktuellen politischen- mit den damaligen entsprechenden Verhältnissen anbelangt, ist eine gewisse „Parallelität“ zwischen dem altrömischen Imperator Nero und dem US-Präsidenten Trump bzw. einigen anderen Politikern nicht von der Hand zu weisen!
Nero wurden schon damals gewisse psychopathische Wahnvorstellungen, die heute unter Politikern relativ oft vorkommen, nachgesagt ! Die Symptome kommen einer Profilneurose, verbunden mit mangelnder Kompetenz sehr nahe !
Offensichtlich wäre etwas mehr Kompetentes politisch-autoritäres für die Demokratien substantiell eine wichtige „evolutionäre Weiterentwicklung“!
Ozeantemperaturen werden einen Allzeitrekord brechen: Was kommt als Nächstes?
Forscher beeilen sich, die Auswirkungen steigender Meeresoberflächentemperaturen auf fragile marine Ökosysteme zu bestimmen.
Die Weltmeere stehen kurz davor, einen Allzeit-Hitzerekord aufzustellen und Temperaturen zu erreichen, die die Meeresökosysteme erschüttern und die Fähigkeit der Ozeane beeinträchtigen könnten, Kohlendioxid aus der Luft aufzunehmen.
„Das bedeutet einfach Probleme für den Planeten“, sagt Kristina Dahl, Klimawissenschaftlerin bei Climate Central, einer gemeinnützigen Organisation in Princeton, New Jersey.

Die Meeresoberflächentemperaturen – verstärkt durch den menschengemachten Klimawandel und ein mächtiges El-Niño-Ereignis, das im Pazifischen Ozean an Stärke gewinnt – haben laut dem Copernicus Climate Change Service der Europäischen Kommission bereits in den letzten zwei Monaten Monatsrekorde gebrochen. Im Juli lag die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur außerhalb der arktischen und antarktischen Ozeane bei 20,96 °C, was laut der Behörde den vorherigen Juli-Rekord aus dem Jahr 2023 um 0,07 °C übertraf. Das folgte auf einen rekordheißen Juni (siehe ‚Heißes Wasser‘).

Quelle: Copernicus Climate Change Service/European Centre for Medium-Range Weather Forecasts
Damit werden die Ozeane heißer werden als je zuvor in den Aufzeichnungen: Die durchschnittlichen Meeresoberflächentemperaturen liegen derzeit nur wenige Hundertstel Grad unter dem aktuellen Rekord vom März 2024. Da die Temperaturen nach dem Auftreten eines El Niño meist monatelang ansteigen, wird dieser Rekord in diesem Jahr mit ziemlicher Sicherheit gebrochen werden. „Es ist nur eine Frage des Wann“, sagt Samantha Burgess, Klimawissenschaftlerin und stellvertretende Direktorin von Copernicus in Reading, Großbritannien.

Ein Großteil der anomalen Hitze stammt von einem warmen Wasserband über den tropischen Pazifik, das das El-Niño-Klimamuster kennzeichnet und laut Prognosen das stärkste aller Zeiten werden könnte. Aber El Niño ist nicht die ganze Geschichte. Weite Gebiete des nördlichen Pazifiks und Atlantiks sowie große Teile des Mittelmeers sind deutlich heißer als die Durchschnittstemperatur der drei Jahrzehnte vor 2020.

Ein von Climate Central entwickeltes Analysetool zeigt, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die hohen Temperaturen in vielen Teilen des Ozeans dutzende Mal wahrscheinlicher machte. „Im Grunde haben wir überall auf der Erde überdurchschnittliche Temperaturen im Ozean“, sagt Dahl.

Déjà vu
Die Hitze folgt, nachdem die Meeresoberflächentemperaturen 2023 und 2024 Rekorde gebrochen haben. Diese Zeit beinhaltete auch ein El-Niño-Ereignis zusätzlich zur globalen Erwärmung im Hintergrund, doch die Größe des Temperaturanstiegs schockierte die Wissenschaftler. Das Ereignis löste eine Debatte darüber aus, ob die Klimasensitivität des Planeten – wie stark er sich als Reaktion auf menschliche Emissionen erwärmt – höher ist als von Klimamodellen erwartet. „Wir wissen nicht, warum sich der Ozean in den letzten vier Jahren anders verhalten hat“, sagt Burgess.Die diesjährigen Temperaturen übertreffen die Rekorde um einen bescheideneren Abstand, sagt Jens Terhaar, Ozeanmodellierer an der Universität Bern. Die rekordverdächtige Hitze dürfte jedoch weitere Diskussionen über Klimaempfindlichkeit anstoßen. „Das sollte definitiv Alarmglocken läuten lassen“, sagt er.

Zu den Folgen hoher Meerestemperaturen zählen Auswirkungen auf die Fischerei – zum Beispiel wird El Niño mit starken Rückgängen der Sardellenpopulationen in den Gewässern vor der Pazifikküste Südamerikas in Verbindung gebracht. Marine Hitzewellen betreffen auch Menschen entlang der angrenzenden Küsten und erhöhen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, oft über Nacht.

Zu den besonders anfälligsten für hohe Meerestemperaturen gehören jedoch die Korallenriffe des Planeten. „Es ist im Grunde eine furchterregende Zeit für Korallen und Korallenriffökosysteme“, sagt Amy Apprill, Meeresgeochemikerin am Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts.
Die zunehmende Instabilität von Ozean, Eis und Atmosphäre bedroht Landwirtschaft, Finanzen und Gesellschaft. Wir alle müssen uns dieser Tatsache bewusst werden.
Ich habe mich mit Klima-Kipppunkten beschäftigt seit mehr als 20 Jahren, und ich mache mir zunehmend Sorgen, dass Wissenschaftler den gefährlichsten Aspekt dieser Aspekte für Gesellschaften übersehen haben. Der potenzielle Kollaps großer Teile des Erdsystems – von Eisschilden bis zu ozeanischen Zirkulationen – wird den sich erwärmenden Planeten grundlegend verändern und ihn unwiderruflich in einen anderen Zustand stürzen.
Aber die größten Risiken liegen möglicherweise nicht an diesem Endepunkt.Wie wir dorthin gelangen – wie sich das Kippen entfaltet – ist wichtiger, und es besteht ein dringender Bedarf, den Prozess zu verstehen. Dies fehlt in aktuellen Analysen, da die Skalen in Zeit und Raum, auf denen es stattfindet, zwischen denen von Klima und Wetter liegen. Tipping-Analysen konzentrieren sich auf enorme Klimaveränderungen, oft weltweit, über Jahrzehnte hinweg. Wetterereignisse sind schnell und lokal. Betrachtet man jedoch das Zusammenspiel zwischen beiden, ist klar, dass der Übergang zwischen einem Klimazustand nicht reibungslos, sondern äußerst volatil ist.

Klimatipping wird sich daher als eine Phase zunehmend dramatischer Wettervolatilität manifestieren, statt als eine starke Verschiebung der durchschnittlichen Bedingungen. Ein schwankendes Klima bringt Schwankungen und Einbrüche der Ernteerträge, Sturzfluten und unregelmäßige Stürme. Es wird die Wirtschaft belasten, indem es Lieferketten stört und Versicherungsverluste verschärft. Gesellschaften sind unvorbereitet, weil Wetterschwankungen im Zusammenhang mit Kipppunkten in Risikobewertungen fehlen.Dieses Problem ist dringend. Erdsubsysteme, darunter Ozeane, Kryosphäre und Biosphäre, scheinen sich bereits zu destabilisieren. Der Planet steuert auf einen klimatischen freien Fall zu.

Das Klima destabilisiert sich
Per Definition werden Kipppunkte erreicht, wenn sich eine Reihe miteinander verbundener Veränderungen gegenseitig verstärken, bis das gesamte System instabil wird und unkontrolliert in einen anderen Zustand übergeht. Der Verlust von Meereis an den Polen verringert beispielsweise die Menge des ins Weltraum reflektierten Sonnenlichts, was die Erdoberfläche weiter erwärmt und wiederum den Eisverlust beschleunigt. Diese Teufelskreisen definieren einen Wendepunkt, an dem das Klima nicht mehr zu seinen früheren Mustern zurückkehren kann.

Bis zu diesem Zeitpunkt wird das Klimasystem zunehmend instabil. es schwankt erheblich – ein Anstieg der Variabilität ist eine gut etablierte Eigenschaft solcher ’nichtlinearen dynamischen Systeme‘, die sich einer kritischen Schwelle nähern. Dass die Gesellschaft mit diesen Schwankungen konfrontiert sein wird und dass sie sich durch den Kippenwechsel verschärfen, wurde von Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern bisher nicht erkannt.

Die Erde wird ein zunehmend unregelmäßiges Klima erleben: mehr und stärkere Schwankungen bei Schmelzwasserströmen, Meereszirkulationen und der Ausdehnung des Meereiss. Diese Veränderungen führen zu häufigeren und intensiveren Extremen bei Temperatur, Niederschlag und Stürmen – was nicht nur zu weiteren Hitzewellen und Dürren, sondern auch zu mehr Kälteperioden und Überschwemmungen führt.

Das Ausmaß der Folgen ist vielleicht zunächst nicht offensichtlich – Eisschilde und Meeresströmungen sind so groß, dass ihre Reaktionen auf die Erwärmung relativ langsam und verzögert sind. Sobald eine kritische Temperaturschwelle für Instabilität überschritten ist, dauert es eine Weile, bis solche Systeme kollabieren, aber der Kollaps ist unvermeidlich.

Eisschilde in der Westantarktis und Grönland bereits ihre Kipptemperatur überschritten haben. Das arktische Meereis wird dies in ein paar Jahren tun. Für den Atlantischen Ozean wissen die Wissenschaftler es einfach nicht. Die Zeit zwischen dem Überschreiten der Kipptemperatur und dem Erreichen des Kipppunkts ist der Zeitraum, in dem die Schwankungen dramatisch zunehmen.

Forschungen zur Frühwarnung von Kipppunkten haben eine erhöhte Klimavariabilität als Signal für verminderte Stabilität identifiziert und diese genutzt, um die verbleibende Zeit bis zum Beginn des weitverbreiteten Kippens zu schätzen. Doch die durch Instabilität als Mechanismus der Klimaauswirkungen verursachte Variabilität wurde weitgehend vernachlässigt.
Moderne Volkswirtschaften sind an relativ stabile klimatische Basislinien angepasst. Landwirtschaftliche Produktivität, Infrastrukturgestaltung, Versicherungspreisgestaltung und finanzielles Risikomanagement basieren nicht nur auf erwarteten mittleren Bedingungen, sondern auch auf der Vorhersehbarkeit der Variabilität.

Landwirte müssen die verlorenen Ernten berücksichtigen; Architekten und Stadtplaner müssen Extreme bei Temperatur, Wind und Niederschlag berücksichtigen; und Finanziers und Versicherer müssen die Kosten und das Ausmaß der Schäden berücksichtigen. Aber sobald diese Faktoren nicht mehr vorhersehbar sind, sind alle Wetten weg – das Leben wird unversicherbar und die Welt wird unsicher.

Gemeinden spüren bereits die Auswirkungen eines Anstieg extremer Wetterbedingungen und solche Ereignisse könnten schnell eskalieren, sobald Klima-Subsysteme zu stürzen beginnen. Zum Beispiel wird die Oberfläche des grönländischen Eisschilds, sobald er seinen Kipppunkt erreicht, noch anfälliger für Oberflächenschmelzen sein. Variablere lokale Wetterbedingungen werden variablere Mengen an Schmelzwasser erzeugen, das in den Nordatlantik gespritzt wird.

Solche Injektionen erhöhen die Variabilität der Ozeankonvektion und -mischung und damit die Ausdehnung des arktischen Meereises. All dies führt zu größeren Schwankungen der Meeresoberflächentemperatur im Atlantik, was Auswirkungen auf die Stabilität des Jetstreams und damit auf die Wettervariabilität in Europa, Nordamerika und Asien haben wird.
Das Wetter ist in einem turbulenten Klima anders!!
Meteorologen sagen voraus, dass das riesige Klimamuster zusammen mit der globalen Erwärmung die globalen Temperaturen im Jahr 2027 auf neue Höhen treiben wird.
Das El-Niño-Klimamuster,
das sich aktuell im Pazifischen Ozean verstärkt, wird laut Forschern heute während einer Pressekonferenz das größte seit mindestens 150 Jahren werden. Wenn die von ihnen präsentierten Monstervorhersagen sich bewahrheiten, wird die Hitzewelle, die der El Niño aus dem Ozean entfesseln wird, kombiniert mit der Erwärmung durch den menschengemachten Klimawandel, das nächste Jahr wahrscheinlich zum heißesten aller Zeiten machen – und in vielen Teilen der Welt für extreme Wetterbedingungen sorgen.










